Narkoseinformationen

Für chirurgische Eingriffe ist in der Regel eine Narkose erforderlich. Wahrscheinlich werden Sie sich Sorgen um Ihr Tier machen. Daher möchten wir Ihnen im Vorfeld einige Informationen mit auf den Weg geben.

•Das Narkoserisiko hat sich in den letzten Jahren erheblich vermindert. Die moderne Tiermedizin bietet dank neuer und schonenderer Narkosemittel und -verfahren ein hohes Maß an Sicherheit. Wir verwenden neue, gut erprobte Narkotika in auf das jeweilige Tier abgestimmter Kombination und Dosierung. Die Narkosetiefe ist damit steuerbar. In den meisten Fällen erwachen die Tiere nach dem Eingriff sanft.

Für länger dauernde, schwere Eingriffe werden wie in der Humanmedizin Inhalationsnarkosen durchgeführt. (nähere Infos dazu unter Inhalationsnarkose)

•Vor der Narkoseeinleitung wird jedes Tier untersucht. Durch einen direkten Zugang zum Blutgefäßsystem (Venenverweilkatheter) können dann Beruhigungs- und Narkosemittel injiziert werden. Um Ihrem Tier ausreichend Sicherheit und Nähe zu geben, dürfen Sie bei der Narkoseeinleitung gerne dabei bleiben.

•Bei Eingriffen mit längerer Narkose wird dem Patienten während und nach der Operation Flüssigkeit über eine Dauertropfinfusion zugeführt. Dadurch können eventuelle Kreislaufdefizite ausgeglichen und die nötigen Medikamente bei Bedarf sofort intravenös verabreicht werden.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sind Zwischenfälle während der Narkose möglich, Sie sind jedoch selten!

Was kann ich tun?

Nutzen Sie die Möglichkeit, das Narkoserisiko durch eine Blutuntersuchung vorab abklären und vermindern zu lassen. Sicherlich kennen Sie dies aus der Humanmedizin: Vor einer OP wird, auch wenn es sich um einen Routineeingriff handelt, Blut abgenommen und untersucht. Dadurch weiß der Anästhesist im Vorfeld, ob bestimmte Probleme auftreten könnten und mit welchen Komplikationen gerechnet werden muss.

Unsere Praxis verfügt über ein vollständiges Blutlabor, das es uns ermöglicht, Blut- und Serumwerte innerhalb weniger Minuten zu bestimmen.

Am Tag der Narkose sollte Ihr Tier nüchtern sein, das bedeutet mindestens acht Stunden vorher nichts gefressen haben! Dies gilt nicht für Nager und Ziervögel! Wasser sollte allen Tieren die ganze Zeit über angeboten werden.

Sollten Sie Veränderungen wie z. B. Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Einsetzen der Läufigkeit oder allgemeine Schwäche bei Ihrem Tier festgestellt haben, teilen Sie uns dies bitte mit. Ihr Tierarzt kann dann nach einer Untersuchung entscheiden, ob der Patient voll narkosefähig ist.

Nach einer längerdauernden Narkose braucht Ihr Tier zu Hause Wärme, Ruhe und liebevolle Zuwendung. Befolgen Sie bitte die Anweisungen, die wir Ihnen nach der OP geben und melden Sie sich sofort und jederzeit, falls Sie Sorgen oder Fragen haben.

• Trinkwasser und Nahrung können wieder angeboten werden, sobald das Tier völlig erwacht ist, also in der Regel am Tag nach dem Eingriff.

• Bitte bringen Sie eine Decke, ein Handtuch oder etwas Ähnliches mit, damit ihr Liebling mit dem gewohnten Geruch erwachen kann. Er sollte sich zu Hause bei Zimmertemperatur ausschlafen können. Kaninchen und Meerschweinchen sollten auch am Folgetag der Narkose bei adäquater Temperatur warm gehalten werden, da die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur durch die Narkose beeinflusst wird. Damit sich Ihr Tier bei Aufstehversuchen in der Aufwachphase nicht verletzt, sollten Sie es auf dem Boden auf eine Decke betten.

Die Narkosetiefe wird üblicherweise so gering wie möglich und so tief wie nötig bemessen. Die Dauer der Nachschlafphase hängt von verschiedenen Faktoren ab:

•dem Gesundheitszustand: natürlich verkraftet ein gesundes Tier eine Operation (z.B. eine Kastration)und die Narkose besser und schneller, als z.B. ein Patient, der wegen einem Fremdkörper im Darm oder einer Gebärmuttervereiterung operiert wird. Bei diesen Tieren liegen bereits Störungen des Organismus (wie z.B. Kreislaufbeschwerden, Infektionen) vor und das Narkoserisiko ist höher als bei gesunden Tieren.

•bei bestehenden Herz-, Leber- oder Nierenschäden, sowie anderen Organkrankheiten ist die Leistungsfähigkeit des Organismus ebenfalls eingeschränkt.

•dem Alter: Ein junges Tier verstoffwechselt Medikamente üblicherweise schneller als ältere Patienten.

•selbstverständlich sind nicht alle Tiere gleich. Es bestehen rassebedingte und individuelle Unterschiede gegenüber der Wirksamkeit von Medikamenten und somit auch gegenüber Narkosemitteln.

Eine Besonderheit bei Hunden: Wenn die Narkose abflaut, können manche Tiere fürchterlich jaulen. Dies hat nicht mit Schmerzen zu tun! Wir nennen diese Patienten oftmals etwas flapsig „Sänger“. Dieser Zustand kommt durch eine Art Rausch in der Nachwirkung von bestimmten Narkotika zustande und ist völlig harmlos, wenn auch für den Besitzer sehr nerv tötend und oft auch schlafraubend, da er manchmal die halbe Nacht andauern kann.